Tag 40 … von Birtavarre nach Mo i Rana

Die ganze Nacht hat die Sonne durch mein Hüttenfenster geschienen. Wenn ich mal in der Nacht aufwachte, dann hatte ich so überhaupt kein Zeitgefühl.

Es sah nach einem herrlichen Tag aus, der es dann auch wurde. Ich fuhr entlang der Fjorde, jetzt wo ich bei Sonnenschein weit weg von den Bergspitzen und dem Schnee war, da ging es mir gleich besser.

Gestern mit wolkenverhangenem Himmel und eisigen Winden war das Fahren schon ziemlich anstrengend und demotivierend.

Ab Oteren ging es auch kurz übern Berg, mit der Sonne war es aber recht warm und gut auszuhalten. 

Dann war wieder ein Stück Fjordufer zu bewundern und es ging wieder in die Höhe in eine Landschaft mit Schneeschmelze. Wenig Wind und strahlender Sonnenschein machten dann auch hier das Fahren zum Vergnügen. Es wurde so warm, dass ich in Bardufoss etwas zu trinken kaufen musste und mir dabei auch gleich ein Eis gönnte.

Die Leute liefen hier auf T-Shirt und kurze Hose rum.

Meine weitere Route Richtung Narvik ging wieder über die Berge. Jetzt auch mal etwas frischer, allerdings nie unter 13°C, bestaunte ich wieder die schmelzenden Schneemassen. Überall waren Pfützen und wo es ging, lief Wasser herunter.

Von Narvik in südwestliche Richtung wird die E6 zu einer richtig coolen Motorradstrecke. Kurvenreich mit etlichen leichten Steigungen.

Verbunden mit solch gutem Wetter wie heute war das einfach Klasse. Es gab auf der heutigen Tour auch zahlreiche Baustellen. Brücken, Tunnel, normale Straße, hier wird alles gebaut. Zweimal hatte ich eine Baustelle, da wurden die Autogruppen abwechselnd von zwei Begleitfahrzeugen durch die Baustelle eskortiert. Sachen gibt’s.

Auf der Fähre von Skarberget nach Bognes habe ich einen Norweger getroffen. Er war mit seiner Goldwing unterwegs. Wir haben uns ganz nett unterhalten, er meinte auch, dies sei der erste Tag über 20°C hier oben. Die See war ruhig, die Überfahrt entspannt.

Auch von Bognes nach Mørskviksbotn ist die E6 herrlich zu fahren. Sie ist zwar teilweise recht schmal, aber das führt zu einem gemütlicheren Tempo. Seit Narvik ist die Landschaft übrigens wieder richtig grün. An den Laubbäumen spriessen Blätter und auch das Gras ist wieder grün und hat die Halme vom letzten Jahr verschwinden lassen. Als ob der Landschaftsmaler seine grünen Farben wiedegefunden hätte.

Weiter nach Fauske ging es durch sehr viele Tunnel. In einem konnte ich über zwei Kilometer weit schauen. So lang und gerade war der. Die Tunnel waren kälter als die Schneeebenen, hier schien ja auch keine Sonne.

In Fauske habe ich dann zu Abend gegessen. Die Sonne schien immer noch vom Himmel. Die Jugend war am Springbrunnen bei der Promenade und erfrischte sich an dem Sprühwasser.

Eigentlich hatte ich noch vorgehabt nach Bodø zu fahren. Hatte aber dann im Navi den Polarkreis einprogrammiert und bin somit in die falsche Richtung gefahren. Blöd wenn man nur nach Navi fährt und nicht mal zwischendurch auf die Karte schaut.

Zum Polarkreis ging es auf 682m übers Saltfjellet. Keine Vegetation, nur Schnee und ein heftiger Ostwind. Ich bin die ganze Zeit über in Schräglage gefahren. Am Polarkreis Center war es glücklicherweise windstill. Es war fast menschenleer und sonnig. 

Ich konnte in Ruhe Bilder machen und dann weiterfahren. Es ging im Schatten der Berge durch Landschaften mit Schneeschmelze. Ich suchte mittlerweile einen Platz wo ich übernachten konnte, aber hier war es so nass und kalt, hier wollte ich nicht bleiben. Dann kam eine 23km lange Strecke auf der die E6 neu gebaut wird. Das war mal eine krasse Nummer, es reihten sich schlechte Straßen, alte Straßen, provisorische Straßen und geschotterte Straßen aneinander.

Als ich dort dann durch war, war ich auch schon in Mo i Rana.

Ein Kommentar

  1. god morgen, Euro – Thorstisson
    Es muss ja schon ein komisches Gefühl sein, wenn es so gar nicht dunkel wird! Seit Deiner letzten Etappe scheint die Gegend – und vor allen Dingen das Wetter (!!!) – wieder richtig schön zu sein. Okay, mit Wind muss man an der Küste immer rechnen. Aber Schnee und Motorrad werden nie gute Freunde werden. Viel Spaß bei Deinen nächsten Kilometern; und bleib aufmerksam!
    Bernd D. (ZIVI)

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