Tag 38 … von Ifjord zum Nordkapp 71°10’21“ und nach Repvåg

Nachdem der Nieselregen aufgehört hatte, bin ich gegen 9:00 Uhr aufgebrochen. Es war immer noch kalt, es war aber heute gut auszuhalten.

Die Strecke bis Kunes war tierisch. Nicht ein Kilometer ohne Rentiere. Auf oder meben der Straße, einzeln oder in Gruppen, jung oder alt. Alles Vorstellbare war dabei. Außerdem habe ich auf meiner Reise heute das erste Mal Elche gesehen. Eine Kuh mit Jungtier. Sie standen auf einer kleinen Insel im Wald, als ich näher kam sind sie durchs Wasser weiter von der Straße weggelaufen.

Kurz vor Kunes lagen dicke Steine, ca. 70cm Durchmesser, auf der Straße. Mit der GS konnte ich gut passieren, Autos würden nicht vorbei kommen. Alleine konnte ich sie nicht beiseite schaffen und so hielt ich im weiteren Verlauf Ausschau nach Menschen. Genau in Kunes kam mir ein Wagen entgegen, zwei junge Männer auf dem Weg zur Arbeit. Ich habe ihnen die Situation erläutert, sie müssten eh dort lang und wollten sich die Situation anschauen. Das war auf 80km der einzige Wagen, der mir entgegen gekommen ist.

Dann wurde die Gegend wieder grüner, es gab wieder so etwas wie Wald. Zwischen Kunes und Borselv ging es über Land, dort war dann wieder viel Schnee. Aber vor Lakselv kam ich wieder an die Küste, es war nahezu schneefrei.

In Lakselv habe ich vollgetankt. Außerdem habe ich mir einen warmen Snack und einen heißen Kaffee gegönnt. Als ich aufbrechen wollte, kam ein Motorradfahrer aus nördlicher Richtung auf die Tankstelle. Due F650GS hatte ein deutsches Nummernschild. Der reichlich durchgefroren aussehende Fahrer war aus Bayern und berichtete, dass vorhin am Nordkap nur 100m Sicht waren. Aber der Regen hat aufgehört.

Ich bin dann weiter, ich wollte zunächst bis Honningsvåg. Auf dem Weg dahin musd ich zunächst durch den fast 7km langen Nordkaptunnel (südlich 9%, nördlich 10% Gefälle, Tiefe 212m) und dann durch den 4,4km langen Honningsvågtunnel. In Honningsvåg bin ich bereits um 14:00 Uhr angekommen, das Wandererheim macht erst um 15:00 Uhr auf. Also entschliesse ich mich, noch heute zum Nordkapp zu fahren.

Dort angekommen berichtet mir der Mann an der Kasse, das seit ca. 30 Minuten der Nebel verschwunden ist. Ich habe einen tollen Ausblick.

Leider liegt in Honnibgsvåg ein Kreuzfahrtschiff und mit sehr vielen Bussen werden in einer Tour die Passagiere hier her gebracht. Ist halt eine Touristenhochburg hier.

Der Weg zum Nordkap führt über eine ziemlich coole Straße über den Berg. Oben liegt noch sehr viel Schnee, hier mussten Räumfahrzeuge noch am 31. Mai den Weg frei machen.

Am Nordkapp habe ich überlegt, nicht mehr im Wandererheim zu übernachten. Ich habe mir als neues Tagesziel Repvåg ausgesucht. 

In einem Hotel mit urig eingerichtetem Restaurant komme ich unter. 

Nachdem ich meine Sachen ins Zimmer gebracht hatte, höre ich von draußen ein Glockengebimmel wie von einer Almkuh. Ich schaze nach und sehe am anderen Ufer eine Rentierkuh die sìch mit dem Kopf in einem Zaun verfangen hat. Ich fahre mit der GS kurz rüber und helfe dem Tier aus der Klemme. Der Zaun gehört zu einem Haus in dem eine alte Frau lebt. Diese hat sich dann auf norwegisch bedankt. Das war auch mal schön.